Ein sauber formulierter Absatz wirkt schnell vertrauenswürdig.
Genau das macht ungeprüfte Zahlen, Beispiele oder Quellen darin unangenehm.
Sprachliche Sicherheit ist kein Beleg dafür, dass der Inhalt ebenfalls sicher ist.
Ein schöner Satz kann genauso überprüfungsbedürftig sein wie ein hässlicher.
Drei Stichpunkte rein.
Acht Absätze raus.
Technisch gesehen wurde der Text verbessert. Mengenmäßig auf jeden Fall.
Frage: Wann treffen wir uns?
Antwort:
Ausgangslage.
Terminoption.
Wichtiger Hinweis.
Zusammenfassung.
18 Uhr.
Manche Informationen brauchen keine Informationsarchitektur.
KI-Texte erkennt man manchmal nicht daran, dass etwas falsch ist, sondern daran, dass nach 300 Wörtern immer noch niemand weiß, was eigentlich beschlossen wurde.
Alles klingt professionell. Alles ist sauber gegliedert. Nur die Information ist irgendwo zwischen „ganzheitlich“ und „Mehrwert“ verloren gegangen.
Bei manchen KI-Texten versteht man den Punkt nach dem ersten Absatz und liest ihn danach noch dreimal in leicht anderer Form. Einleitung kündigt ihn an, Hauptteil erklärt ihn und Fazit entdeckt ihn noch einmal. Länge und zusätzlicher Inhalt sind leider nicht dasselbe.
Eigentlich gemeint:
„Sorry, ich habe die Datei vergessen.“
KI:
„Vielen Dank für Ihr Verständnis hinsichtlich der unerwarteten Verzögerung im Bereitstellungsprozess.“
Die Datei fehlt immer noch.
Jetzt aber strategischer.
Absender:
5 Stichpunkte → KI → 600 Wörter.
Empfänger:
600 Wörter → KI → 5 Stichpunkte.
Digitalisierung kann manchmal erstaunlich effizient im Kreis laufen.
Wenn ich einen deutschen Text mit KI übersetzen oder glätten lasse, kontrolliere ich inzwischen auch den sozialen Ton. Aus einem lockeren „Du“ kann schnell etwas erstaunlich Formelles werden oder umgekehrt. Inhaltlich korrekt reicht bei Sprache nicht immer, wenn die Beziehung plötzlich eine andere geworden ist.
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